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Das Nimm!-on-tour-Fachgespräch

An dieser Stelle noch einmal einen großen Dank an Frau Prof. Zorn und ihr Team, insbesondere Nicole Najemnik und den engagierten Technik-Menschen für ihren Dauereinsatz! Bei Nimm! on tour haben wir uns gefragt, welche der in den vergangenen Jahren in zahlreichen inklusiven Medienprojekten mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung erprobten Methoden auch geeignet sind, um Angebote für junge Geflüchtete zu gestalten. Sprache und Kommunikation sind dabei wichtige Schlüssel zur Teilhabe: Dies gilt natürlich ganz besonders auch für Menschen mit Fluchtgeschichte und ohne oder mit geringen Sprachkenntnissen. Unterstützte Kommunikation, Leichte Sprache, vorurteilsbewusste Pädagogik in der mehrsprachigen Bildungsarbeit: Welche Anknüpfungspunkte gibt es für die Arbeit mit geflüchteten Menschen?

 

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Nach einer Einführung von Prof. Isabel Zorn, Grußwörtern von Alf Scheidgen vom Dekanat der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, TH Köln und  Florian Stege vom  Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gaben Dr. Christine Ketzer, Geschäftsführerin der LAG Lokale Medienarbeit NRW e. V. und Susanne Böhmig von der tjfbg gGmbH einen Überblick über das aktuelle Projekt Nimm! on tour. Lena Schmidt von der Uni Köln und der dort angegliederten Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation (UK) sprang für die kurzfristig erkrankte Julia Schellen ein. Da Unterstützte Kommunikation außerhalb der Kreise der unterstützt kommunizierenden Menschen, die aufgrund von einer Behinderung (z. B. Cerebralparese) oder Krankheit (z. B. Schlaganfall) dauerhaft oder vorübergehend nicht lautsprachlich kommunizieren können und derjenigen, die damit arbeiten, eher wenig bekannt ist, stellte sie zunächst das Prinzip der symbolbasierten UK vor: Das Publikum sollte versuchen, Symbole und Icons aus verschiedenen Symbolvokabularen zu entschlüsseln. Sie stellte einige Symboltafeln vor, die in andere Sprache und Grammatiken übertragen wurden, und wies auf Kommunikationsbücher von UK-Unternehmen hin, die speziell für geflüchtete Menschen herausgegeben wurden. Deutlich wurde, dass Kommunikationstafeln und Bücher Kommunikation vor allem anbahnen können. Ziel ist, Brücken zur Landessprache zu bauen und den Spracherwerb zu fördern.

 

Vortrag 500 x 282

 

Herr Stege, Frau Prof. Dr. Zorn 500 x 282

 

Bei Rose Jokic vom Antidiskriminierungsbüro (ADB) Sachsen, die auch als Inklusions-Scout für das Netzwerk Inklusion mit Medien aktiv ist, ging es um Leichte Sprache (nicht nur) für Menschen mit Lernschwierigkeiten: Auch Menschen, die aus anderen Gründen Probleme mit „schwerer“ Sprache hätten – wie z. B. einige gehörlose Menschen oder eben Menschen, die neu im Land sind – könnten von Leichter Sprache profitieren. Inklusions-Scout Rose Jokic appellierte an alle, wichtige Informationen auch in Leichter oder Einfacher Sprache zur Verfügung zu stellen! Im Anschluss daran diskutierten Carola Werning vom Berliner Projekt barrierefrei kommunizieren! der tjfbg gGmbH und Marlies Wehner von der Bonner Fachstelle für interkulturelle Bildung und Beratung (FiBB) e. V. über inklusive Kommunikation und Sprache aus der Perspektive „sprachlicher Minderheiten“, nämlich von Hörbehinderten und Menschen mit einer anderen Muttersprache, die die Sprache des Landes (noch) nicht gut beherrschen. Teilhabe zu ermöglichen, in dem man die sprachlichen und kommunikativen Bedürfnisse dieser Menschen berücksichtigt, z. B. durch Dolmetscher, Untertitel, mehrsprachige Materialien ist das wichtige Eine. Wichtig ist aber auch zu verstehen, wie stark gesellschaftliche Zuschreibungen – Diskriminierung vs. Akzeptanz – mit dem (nicht) kompetenten Beherrschen der Laut- und Schriftsprache verbunden sind. „Anderen“ Sprachen und Kommunikationsformen auf Augenhöhe zu begegnen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.

 

Podiumsgespräch 500 x 282

In der abschließenden Gesprächsrunde betonte Prof. Zorn noch einmal, wie wichtig die Kenntnis all dieser Themen für zukünftige (Medien-) Pädagoginnen und Pädagogen ist. Digitale Medien spielen dabei eine sehr große Rolle. Soziale Netzwerke bieten viel mehr Menschen die Gelegenheit, ihre Perspektive barrierefrei einzubringen, sich zu vernetzen und für ihre Anliegen zu kämpfen. Digitale Technik aus der Hosentasche unterstützt Menschen dabei selbstbestimmt zu kommunizieren und mit anderen in Kontakt zu treten. Prof. Zorn demonstrierte als Beispiel die Übersetzungs-App iTranslate. Es gab viel zu erzählen, aber wie immer zu wenig Zeit, so dass nicht alles vorgestellt werden und zu Ende diskutiert werden konnte. Wer gerne Präsentationen der Referentinnen bekommen möchte, schreibt einfach eine Mail an Carola Werning (c.werning@tjfbg.de).

Beitrag von Carola Werning

 

 



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