Digital dabei!
Die LAG LM setzt seit 2016 Projekte an Standorten in ganz NRW zur Ausweitung medienpädagogischer Angebote auf die Zielgruppe junger Menschen mit Fluchterfahrung in NRW mit ihren Mitgliedsorganisationen um. Die Ergebnisse der Projekte belegen die hohe Relevanz von Medien als wichtigen Bestandteil der Lebenswelten, der Identitätsbildung und als wichtiger Faktor der Kommunikation, Partizipation und Integration.
Die Projektarbeit der letzten Jahre zeigt: junge Menschen mit Fluchterfahrung sind sehr motiviert sich zeitnah zu integrieren. Dies kann durch die aktive Gestaltung eigener Medienprodukten gefördert werden. Dadurch werden z.B. sprachliche Kompetenzen erworben. Außerdem wird die Perspektive der Jugendlichen in die Öffentlichkeit gebracht. All dies fördert Integration, Partizipation und demokratische Meinungsbildung.
Ansprechpartnerin bei der LAG LM:
Rebecca Hipp, hipp(at)medienarbeit-nrw.de, Telefon: 0203 / 418676-83
Das Projekt 2026
In 2026 werden im Rahmen des Projektes Digital dabei! 11.0 insgesamt 13 Mitgliedseinrichtungen der LAG LM junge Geflüchtete an den kompetenten Umgang mit Medien heranführen. Aktive Medienarbeit hält vielfältige kreative Methoden bereit, den sozialen Nahraum zu erkunden, mit Einheimischen persönlich in Kontakt zu treten und die eigene Perspektive medial in die Öffentlichkeit zu bringen.
Die 13 Teilprojekte aller teilnehmenden Einrichtungen werden im Folgenden vorgestellt:
Podcast-Projekt Sprache hören – Geschichten erzählen
Das Projekt verbindet digitale Medienarbeit, Sprachförderung und gesellschaftliche Teilhabe.
Die Teilnehmenden lernen, eigene Podcasts zu planen, aufzunehmen und zu bearbeiten. Sie entdecken, wie sie durch das gesprochene Wort ihre Geschichten, Gedanken und Erlebnisse teilen und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse und Medienkompetenz stärken können. Ablauf: Zunächst werden Grundlagen zu Podcast-Formaten, Interviewtechniken und zum Umgang mit benötigter Technik vermittelt. Zudem wird es Übungen im freien Sprechen und Erzählen geben. Dann geht es in die Themenfindung, die durch die Jugendlichen bestimmt wird, und in die Planung der Interviews und Gespräche sowie des Aufbaus des Podcast. Für die Interviews ist ein Exkursionstag geplant, an dem die Gespräche geführt sowie weitere Geräusche vor Ort aufgenommen werden sollen. Danach folgen die Nachbereitungsphase und die Fertigstellung des Podcast. Insgesamt sollen 2–3 Podcast-Folgen zu je 8–10 Minuten entstehen.
Das Medienprojekt Digital dabei! läuft seit 2018 in der Einrichtung DAS HAUS in Neuss. Die Projektteilnehmer*innen sind in erster Linie junge Geflüchtete aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Die meisten von ihnen leben mit Ihren Familien in Neuss. Viele von ihnen haben bereits in den Vorjahren an dem Projekt teilgenommen. Zugleich kommen aber auch immer wieder neue Teilnehmende dazu, die über Mundpropaganda, Plakate und digitale Kanäle auf das Projekt aufmerksam werden.
In den letzten Jahren wurde der Fokus verstärkt auf das Medium Video gesetzt. Regelmäßig veröffentlicht die Projektgruppe Reels auf Instagram und TikTok, in denen die zahlreichen Aktivitäten im Haus vorgestellt werden. Diese Videoarbeit soll 2026 weiter ausgebaut werden. Gedreht wird mit Handykameras oder Tablets der Einrichtung. Die Postproduktion erfolgt mit Schnittprogrammen wie In-Shot und CapCut, auf Smartphones und Tablets sowie auf dem Mediencomputer der Einrichtung. Vermittelt wird den Jugendlichen ein versierter Umgang mit der Technik sowie der sinnvolle Einsatz von filmsprachlichen Mitteln wie z.B. „Wie erzähle ich in Bildern?“, „Was gibt es für Einstellungsgrößen“, „Was sind Kameraperspektiven?“, „Wie schneide und vertone ich einen Film?“. Das Ziel ist die Produktion von hochwertigen Filmen. Das gut ausgestattete Tonstudio im Haus bietet zudem Potential für ein Crossover von analogem Musizieren und digitaler Technik. Leicht zu bedienende Instrumente sorgen für schnelle Erfolgserlebnisse und ein positives Gruppengefühl.
Projekt: RoboLab – Entdecke Robotik
Digitale Bildung und technisches Verständnis sind zentrale Kompetenzen der Zukunft. Mit dem Projekt RoboLab möchten wir geflüchteten Jugendlichen einen einfachen Zugang zu Technologien ermöglichen. In unserem MakerSpace können sie erste Erfolgserlebnisse sammeln, gemeinsam mit anderen tüfteln und dabei nicht nur technische, sondern auch sprachliche und soziale Kompetenzen stärken. Das Angebot soll wöchentlich stattfinden. Die Teilnahme ist offen, kostenlos und ohne Voranmeldung möglich. Es gibt wechselnde Themen und Projektaufgaben, die individuell oder in kleinen Gruppen bearbeitet werden können. Die Möglichkeiten umfassen: Bau und Programmierung einfacher Roboter, Einführung in grafische Programmiersprachen sowie kreative Technik-Projekte.
In Zusammenarbeit mit Bonn.digital und dem Jugendzentrum St. Cassius richtet sich das Projekt Digital dabei! 11.0 an junge Geflüchtete im Alter von 14 bis 21 Jahren und bietet ihnen eine breite Palette an Aktivitäten sowie Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Medienarbeit. Im Rahmen des Projekts finden praxisnahe Workshops zu den Themen Fotografie, Video- und Audioproduktion, Schnitttechniken sowie Social Media statt. Die Jugendlichen lernen, eigene Geschichten zu erzählen, gesellschaftliche Themen aufzugreifen und Medienprodukte wie Videos, Podcasts und Social-Media-Beiträge zu gestalten.
Unser medienpädagogisches Angebot im Rahmen von Digital dabei! 11.0 richtet sich an junge Geflüchtete in Köln und Umgebung. Mit der dezentralen Durchführung u.a. in Jugendzentren oder Willkommensinitiativen haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt und möchten dies nach Absprache mit den bisherigen Partner*innen fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen offene Workshopangebote, in denen die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in den Bereichen Musik, Making, Foto, Video, Audio und KI aufbauen und erweitern können. Unsere bisherigen Kooperationspartner*innen melden uns zurück, dass unsere Angebote von ihren Besucher*innen sehr geschätzt werden. Die Verlässlichkeit in der Durchführung sowie die Partizipation und der Medieneinsatz spielen dabei eine große Rolle. Außerdem merken wir, dass Medienkompetenzen gestärkt werden müssen. Kreative Medienarbeit ist deshalb ein wichtiges Angebot. Durch das gemeinsame Tun werden zudem Medienprodukte hinterfragt, die sonst nur konsumiert werden. An diesem Punkt setzen unsere Angebote zur Integration junger Menschen an.
Im Rahmen von Digital dabei! 11.0 bieten wir Making und Coding als wöchentliches 2-stündiges Angebot an. Dieses Konzept hat sich 2024 als erfolgreich für die Zielgruppe herausgestellt. Programmierung ist ebenso wie Making ein Teilbereich eines Entwicklungsprozesses. Beim Entwickeln geht es darum, Probleme der Realität zu erkennen, Lösungswege zu erarbeiten und diese dann umzusetzen. Diese Denkweise bei den Jugendlichen zu fördern, ermöglicht ihnen einen besseren Einstieg in die Berufswelt. Das Arbeiten mit analogen und digitalen Werkzeugen bietet viele Möglichkeiten sich kreativ auszuprobieren und auf eine spielerische Art und Weise das Löten, Sägen, (CNC)-Fräsen, Plotten, Lasern, 3D-Drucken etc. kennenzulernen. Im Rahmen der Coding-Aktivitäten werden erste einfache Programmiersprachen, wie z.B. Scratch, zum Einsatz kommen, um die Logik hinter Programmen verstehen zu lernen.
Mit Hilfe grafischer Bausteine ist der Zugang nicht nur anschaulich, sondern auch spielerisch und erste Projekte sind schnell umgesetzt, um Erfolgserlebnisse bieten zu können. Um ihre Lebenswelt aktiv gestalten zu können und Chancen auf einen zukunftsfähigen Beruf zu haben, müssen junge Menschen lernen, digitale Werkzeuge kompetent und kreativ zu nutzen. Hierbei möchten wir speziell junge Geflüchtete unterstützen.
Durchgeführt wird das Angebot im Jugendzentrum.digital, einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Projekt: Koch mal digital! – Ein Koch-Video-Projekt mit jungen Geflüchteten
Das Projekt soll junge Geflüchtete zusammenbringen, um ihre Lieblingsrezepte und kulinarischen Traditionen in selbst produzierten Kochvideos vorzustellen. Dabei werden Kochen, kultureller Austausch und digitale Medienarbeit miteinander verbunden.
Die Jugendlichen entwickeln in Kleingruppen eigene Videoideen, bereiten Rezepte zu und dokumentieren den Prozess filmisch. Medienpädagog*innen und Fachkräfte begleiten Dreh, Videoschnitt und Veröffentlichung. Das Projekt vermittelt gezielt Kompetenzen in der digitalen Content-Erstellung – von der Kameraführung über Videoschnitt bis hin zur Online-Präsentation. Die fertigen Beiträge werden auf Social Media, einer Projektwebseite oder in Form eines digitalen Kochbuchs veröffentlicht.
Bereits vor knapp 10 Jahren hat die Medienwerkstatt die Anfänge der ersten Flüchtlingswelle in Rahden zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Stadt intensiv, multimedial und öffentlichkeitswirksam begleiten dürfen. Inzwischen haben viele Geflüchtete in Deutschland Fuß gefasst, haben eine berufliche Zukunft, haben hier Freunde gefunden und Familien gegründet. Was aber waren oder sind immer noch die (kulturellen) Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die sich auf diesem Weg zeigten? Wie wirkten sich diese auf die Integration aus? Welche neuen Herausforderungen zeigen sich in der aktuellen politischen Lage? Diesen Fragen wollen wir filmisch und fotografisch in unserem Projekt nachgehen. Die Teilnehmenden erlernen die Grundlagen der Fotografie und Videoproduktion und behandeln kreativ die o. g. Fragestellungen. Ziel ist es in den Dialog zwischen Alteingesessenen Rahdener*innen und Menschen mit Fluchterfahrung zu kommen. Kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten sollen filmisch und fotografisch porträtiert werden. Als Abschluss soll eine gemeinsame Ausstellung der entstandenen Fotos und Projektion der Videoclips bilden. Alle Teilnehmenden erhalten zudem ein Fotobuch mit den Aufnahmen.
Jungen Menschen mit Fluchterfahrung bieten wir im Projekt „Redaktion PLUS“ Mitarbeit in unseren medienkompetenzfördernden Lehr- und Lernredaktionen townload-tv.de, MIG Mirror und dem YES Magazin an. Hierbei betreuen, unterstützen und fördern wir Jugendliche mit Fluchterfahrung gezielt durch den Einsatz von zusätzlichem Betreuungspersonal und durch speziell abgestimmte Workshop-Inhalte, Materialien und Ergänzungsangebote. Ziel ist es, Jugendlichen mit Fluchterfahrung Begegnungen mit Menschen der Mehrheitsgesellschaft im lokalen oder regionalen Rahmen zu ermöglichen. Dies geschieht durch die gemeinsame Arbeit an einem Medienprodukt und durch gemeinsames Lernen in unseren Workshop-Arrangements (peer-group Ansatz). Jugendliche arbeiten in gemischten kleinen Redaktions- bzw. Produktionsteams von 3-6 Teilnehmenden. Menschen mit und ohne Fluchterfahrung erarbeiten gemeinsam Medienbeiträge aus den Themenkreisen Kultur, Wissenschaft, (Stadt-) Gesellschaft, Migration. So werden Fach- und Methodenkompetenz der Jugendlichen erweitert. „Redaktion PLUS“ bietet zudem auch ganz praktische Förderwerkzeuge an: Orientierungshilfe, Sprachförderung, ggf. auch Biographiearbeit. Ein durch Fachkräfte angestoßener und moderierter Austausch auf Augenhöhe über gesellschaftliche, demokratische, kulturelle Fragestellungen im geschützten Workshoprahmen soll die Orientierung von Menschen mit Fluchterfahrung in der (Stadt-)Gesellschaft unterstützen.
Erzählt und veröffentlicht werden gemeinsam recherchierte und selbstständig realisierte migrantische Ruhrgebietsgeschichten. Hierbei setzt das Projekt an den Interessen und an der Lebens- und Erfahrungswelt von jungen Menschen mit Fluchterfahrung an. Sprachliche Kompetenz wird durch gezielte Nutzung von mz:R Sprecherkabine / Tonstudio im Zuge der Beitragserstellung individuell geschärft und gefördert.
Projekt: Demokratie erleben – Ein inklusives und interaktives Filmarbeit-Projekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung
Das Projekt verfolgt das Ziel, dass die Teilnehmenden aktiv in politische und gesellschaftliche Prozesse einbezogen werden und sie so zu selbstbestimmten Handeln und selbstverantwortlicher Teilhabe an der Demokratie befähigt werden. In einer zunehmend polarisierenden und komplexen Gesellschaft ist es von entscheidender Bedeutung, dass junge Menschen nicht nur verstehen wie Demokratie funktioniert, sondern auch, wie sie diese gestalten können. Dies soll durch die Auseinandersetzung mit politischen Systemen, sozialen Herausforderungen und Werten wie Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität erreicht werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von filmischer Medienkompetenz. Dafür wird eine Filmreihe produziert, die als Instrument für politische Bildung und Wertevermittlung dient. Ein wichtiges Ziel soll sein, gemeinsam an einer Filmidee zu arbeiten und die Filmreihe fertigzustellen. Das abgeschlossene Produkt soll bei bundesweiten Filmfestivals eingereicht werden. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, die verschiedenen Bereiche der Filmproduktion kennenzulernen und auszuprobieren. Sie werden in alle Prozesse und Arbeitsschritte eingebunden, sodass ihnen ein umfangreiches Bild vom Filmemachen vermittelt wird. Durch die Methode der Filmarbeit sollen die Teilnehmenden Vertrauen in ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten gewinnen, mögliche Vorurteile gegenüber anderen abbauen und Akzeptanz untereinander schaffen. Mit dem Ziel der professionellen Zusammenarbeit werden Wege gefunden, dass jede*r seine*ihre Rolle in der Produktion des Films spielt. Dadurch sollen sie erfahren, dass das gemeinsame Miteinander zum Erfolg führen wird.
Grenzenlos-TV: Die vernetzende Geflüchteten-Jugendredaktion
Aufbauend auf den Erfahrungen in den letzten Jahren im Projekt Digital dabei! sollen die von jungen Geflüchteten erstellten Bewegtbild-Beiträge weiterhin über das Magazin „Grenzenlos TV“ veröffentlicht werden. Darüber hinaus streben wir Produkte an, die für Social-Media-Kampagnen geeignet sein können. Hierzu werden produktorientierte Workshops durchgeführt, die auf die Interessen der jungen Teilnehmenden abgestimmt sind und deren gesellschaftliche Teilhabe fördern. Die mitwirkenden Jugendlichen erleben, dass Ihre produktionsorientierte Medienarbeit auch öffentlichkeitswirksame Effekte erzielt. Die entstehenden Medienprodukte stellen dabei den Ausdruck eigener Interessen, Sichtweisen und beruflicher Neigungen der Teilnehmenden dar.
Im Rahmen unserer Digital dabei!-Aktivitäten werden ein- bis mehrtägige Workshops stattfinden, aus denen TV-Produktergebnisse resultieren werden. Darüber hinaus sollen die Digital dabei! Aktivitäten in den anderen mitwirkenden Einrichtungen dokumentiert werden. Dafür sind Exkursionen zu den Einrichtungen in NRW geplant, um die Arbeit vor Ort filmisch zu begleiten. Die meisten Filmbeiträge der jungen Geflüchteten werden über den TV-Lernsender NRWision verbreitet, der bundesweit von bis zu 10 Millionen Kabelhaushalten empfangen werden kann und dessen Mediathek weltweit über das Internet abrufbar ist.
Projekt: FEEL-FALT: Gefühle & Geschichten
Im Projekt beschäftigen sich die Teilnehmenden filmisch in Form einer Video-Podcast-Reihe mit dem Thema Vielfalt. Durch das Projekt wird die Zielgruppe dazu befähigt, ihrer eigenen Stimme Gehör zu verschaffen und Erfahrungen auszutauschen und weiterzugeben. Ein Großteil der Menschen, deren Familien eine Einwanderungsgeschichte haben, sowie Geflüchtete, die versuchen in einem für sie fremden Land Fuß zu fassen, erfahren immer wieder Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Selbst Menschen, die bereits in dritter Generation in Deutschland leben, haben diese Erfahrungen machen müssen und schildern dies im pädagogischen Alltag. So entstand die Projektidee eines Video-Podcasts, welcher genau diese Themen behandelt und die Menschen hinter den jeweiligen Geschichten vorstellt. Ziel des Projekts ist es, Akzeptanz für Diversität zu schaffen. Außerdem sollen durch die Folgen des Video-Podcasts Menschen für die Themen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sensibilisiert werden. Das soll Vorurteile abbauen und den Hauptprotagonisten eine Stimme geben, um die Themen, die sie beschäftigen, sichtbar zu machen. Neben der Förderung von sozialen Kompetenzen sollen Verbindlichkeit, Respekt und Durchhaltevermögen im Projekt trainiert werden. Die Teilnehmenden erweitern ihre digitale Kompetenz theoretisch und praktisch im Bereich Videoproduktion. Die Wertschätzung der Vielfalt, das Gemeinschaftsgefühl und soziales Verhalten werden geschult und gefördert.
Dieses Projekt eröffnet jungen Menschen mit Fluchterfahrung die Möglichkeit, durch kreative Medienarbeit ihre eigenen Ideen zu verwirklichen und erste Schritte in den Bereichen Making, Coding und Robotik zu machen. Durch praktische Medien- und Technikarbeit erwerben sie nicht nur Fachwissen, sondern auch wichtige Zukunftskompetenzen wie Kreativität, Problemlösungsfähigkeit und Teamarbeit. Das Angebot im Rahmen von Digital dabei! 11.0 umfasst 8-10 abwechslungsreiche Workshops. Die Jugendlichen erkunden verschiedene Maker-Themen, probieren Neues aus und setzen eigene Projektideen um. Dabei lernen sie, vorhandene Ressourcen nachhaltig und klug zu nutzen. Die Workshops haben jeweils einen eigenen thematischen Schwerpunkt, z. B. KI, 3D-Druck, Lasercutter, Mikrocontroller und Roboter.
Das Projekt 2025
In 2025 haben wir im Rahmen des Projektes Digital dabei! 10.0 mit insgesamt 13 Einrichtungen (Mitglieder der LAG LM) junge Geflüchtete an den kompetenten Umgang mit Medien herangeführt. Die 13 Teilprojekte aller teilnehmenden Einrichtungen werden im Folgenden vorgestellt:
Im Rahmen von Digital dabei! 10.0 wurde ein wöchentliches Angebot für junge Geflüchtete durchgeführt, das gut angenommen wurde. Das Angebot umfasste Podcast, Gaming, Coding, Robotik, Greenscreen sowie Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungen und Referaten. Die Jugendlichen fühlten sich sehr wohl. Das neue professionelles Podcast Studio ermöglichte einige Podcast-Workshops, die von den Jugendlichen gerne wahrgenommen wurden.
Viele waren am Gaming interessiert und ließen sich auch gerne vom Coding mit Robotern begeistern. Im Mai konnten drei Jugendliche die Xpert-Zertifikat Prüfung absolvieren und so ihr Office-Wissen nachweisen. Außerdem wurde in diesem Jahr für das Deutsche Rote Kreuz in einer Flüchtlingsunterkunft eine digitale Aktion angeboten, bei der mit ca. 50 Jugendlichen Greenscreen- Fotos gemacht wurden.
Das Projekt Digital dabei! 10.0 betreuten ein Musikpädagoge und ein Filmemacher / Medienproduzent. Der Musikpädagoge leitete die Jugendlichen im Erlernen von Instrumenten an. Der Medienproduzent vermittelte den Jugendlichen Kompetenzen in der Film- und Medienarbeit. Wie in den Jahren zuvor wurde Musik mit Medienarbeit erfolgreich verknüpft. Das Tonstudio ermöglichte es eigene Tracks zu produzieren und dazu Videos zu drehen. So ist im Laufe des diesjährigen Projekts eine junge Band entstanden, die regelmäßig in unserem Haus geprobt hat, Songs produzierte und Musikvideos gedreht hat. Ein erster Auftritt vor Publikum auf der Haus-eigenen Bühne war für die Jugendlichen ein sehr motivierendes Ereignis. Darüber hinaus wurden die Aktivitäten in der Einrichtung das ganze Jahr über medial begleitet. So entstanden dieses Jahr Beiträge für den Instagram und TikTok Content der Einrichtung. Besonders beliebt war auch das Erstellen kleiner Clips während unserer „YoutubeKaraoke“ oder der Tanzgruppen geworden.
Das offene Making-Angebot wurde von Februar bis Dezember 2025 im soziokulturellen Jugendzentrum durchgeführt. Einmal pro Woche hatten junge Geflüchtete die Möglichkeit für ein paar Stunden kreativ zu arbeiten, zu experimentieren und neue Fertigkeiten zu erlernen. Der MakerSpace bot einen Raum für Begegnung, selbstbestimmtes Lernen und kreatives Gestalten.
Um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, wurden Angebote in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bereitgestellt. Den Teilnehmenden standen analoge und digitale Werkzeuge wie modulare Elektronik, Lötstationen, Open-Source-Software, sowie klassische Bastel- und Werkmaterialien zur Verfügung. Die Bandbreite der Projekte reichte von Vibrobots bis hin zu handwerklichen Arbeiten und Upcycling-Projekten. Viele Angebote sowie konkrete Anfragen der Teilnehmenden bewegten sich thematisch im Bereich Robotik. Darum legten wir hier einen besonderen Schwerpunkt. Gleichzeitig zeigte sich, dass kreative Gestaltungsformate neue Zielgruppen erschließen konnten.
Im Projekt Digital dabei! 10.0 wurden in Kooperation mit bonn.digital im Herbst über zwei Wochen verteilt kreative Workshops zu den Themen Robotik, Gemeinsam gegen Cybermobbing, Klanginstitut, Digitales Cartoon Zeichnen und 3D-Druck angeboten. Die Teilnehmenden konnten dabei Roboter programmieren, sich kreativ mit experimenteller Musik, Sounddesign und Klangkomposition auseinandersetzen und ihre eigenen Cartoons und Comics zeichnen. Dadurch wurden moderne Gestaltungstechniken auf einfache und zugängliche Weise vermittelt sowie Kreativität, Medienkompetenz und Problemlösefähigkeit gestärkt. Der Cybermobbing-Workshop ermöglichte eine niedrigschwellige, praxisnahe und dialogorientierte Auseinandersetzung mit dem Thema Cybermobbing, die sowohl die persönliche Reflexion der Jugendlichen als auch ihr rechtliches Bewusstsein stärkte. Mit bonn.digital verbindet das Jugendzentrum St. Cassius eine verlässliche Partnerschaft, die sich insbesondere in der gemeinsamen Umsetzung medienpädagogischer Projekte bewährt hat.
Im Rahmen des Projekts Digital dabei! 10.0 wurden von Februar bis Dezember 2025 dezentrale Angebote im Kölner Raum durchgeführt. Im Kölner Selbsthilfe e. V. sowie in einem Wohnheim für Geflüchtete vom Sozialdienst Katholischer Männer in Köln-Longerich wurden Musikangebote für die Jugendlichen umgesetzt. Produziert wurde mit Garageband, Bandlab und auch mit MakeyMakey. So wurde ausprobiert, wie z. B. mit Zitrone, Apfel und Birne Musik gemacht werden kann. Außerdem haben die Jugendlichen selber Songtexte geschrieben und Musik produziert. In den offenen Angeboten haben die Teilnehmenden sehr konzentriert und intensiv miteinander gearbeitet. Einer Veröffentlichung wurde jedoch nicht zugestimmt. Im Haus-eigenen Studio haben zudem zwei junge Armenierinnen auf eigenen Wunsch mit einem aus Syrien stammenden Musikproduzenten ihren eigenen Song aufgenommen. Mit dem Jugendmigrationsdienst des IB in Köln-Mülheim wurde ein Audioangebot rund um das Thema Demokratie realisiert. Anknüpfend an die Produktion des „Ah soooo – das Spaßradio“ aus dem Digital dabei! Projekt im Jahr 2024 wollten einige Teilnehmende beim JMD dort weitermachen. Durch die Wahl in den USA, die vorgezogenen Bundestagswahlen, deren Ergebnisse und anstehenden Kommunalwahlen in NRW interessierten sie sich für das Thema Demokratie und Teilhabe. Das Team hat ein Gespräch mit Tayfun Keltek, 1. Vorsitzender des Integrationsrats Köln und NRW, organisiert sowie den Besuch einer Integrationsratssitzung in Köln im Juni 2025. Unter dem Namen „Radio junge Stimmen:“ haben die Teilnehmenden über Demokratiesysteme in ihren Herkunftsländern und die Notwendigkeit von Sprachkursen berichtet. Veröffentlicht wurden die Folgen auf NRWision.
Das wöchentliche Coding & Making Angebot wurde im Jugendzentrum.digital, einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, durchgeführt. Die Jugendlichen wurden von einem im Making und Coding-Bereich erfahrenen Informatiker zusammen mit einem hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter begleitet. Das Angebot wurde integrativ gestaltet, damit eventuelle Vorurteile untereinander abgebaut werden können und ein gemeinsames Miteinander entsteht. Das Projekt verlief insgesamt sehr gut. Vor allem das Tonstudio und der Bandraum wurden viel genutzt und es hat sich sogar eine Band zusammengefunden. Aber auch der MakerSpace wurde gerne in Anspruch genommen. Zum Einstieg wurde viel mit dem 3D-Drucker und dem Laser Cutter gearbeitet. Bei der Erstellung von LED-Schildern lernten die Teilnehmenden den Umgang mit dem Laser Cutter und der damit verbundenen Software und sammelten Erfahrungen im Löten. Insgesamt konnten die Teilnehmenden ihre technischen und kreativen Fertigkeiten stärken und beim gemeinsamen Arbeiten ihre Deutschkenntnisse verbessern. Die selbst erstellten Elemente konnten alle mit nach Hause nehmen.
Ziel unseres Projekts war es, unsere geflüchteten Besuchenden mit dem Thema Film und Video vertrauter zu machen. Viele Besuchende nutzen ihre mobilen Endgeräte zwar für Schnappschüsse oder kleine Videos, jedoch nicht in einem redaktionellen/inhaltlichen Kontext. In Gesprächen mit den Jugendlichen stellte sich heraus, dass das Thema 3D-Druck ebenfalls von großem Interesse war. So entstand die Idee einer digitalen Werkstatt, die filmisch begleitet wird. So wurden einige kreative Ideen umgesetzt und gewerkelt. Die Vielzahl von Aktionen, Ausflügen und Projekten der Einrichtung im Laufe des Jahres wurden mit der Kamera begleitet.
Die entstandenen Reels können auf dem Instagram Account unter @caritas_jt_hillerheide angeschaut werden.
Unter dem Titel „Nachgedacht – schnell gemacht: Podcast-Beiträge“ wurden mit jungen Geflüchteten Podcast-Beiträge zu den Themen Arbeit, Heimweh, Wohnen sowie Glaube und Religion entwickelt. Die Themen wurden von den Teilnehmenden selbst bestimmt. Zu Beginn gab es einen Einblick in das deutsche Medienrecht, GEMA-pflichtige Musik sowie Meinungsfreiheit. Gemeinsam wurden andere Podcast-Beiträge gehört, um ein Gefühl für das eigene Endprodukt zu bekommen. Um Sprachbarrieren zu überwinden, wurde mit einem Dolmetscher zusammengearbeitet. In weiteren Workshops wurden die Podcastbeiträge aufgenommen sowie nach passender Musik aus der jeweiligen Heimat gesucht. In einem weiteren Treffen wurde das Schnittprogramm erklärt und gemeinsam dann Musik sowie die Podcast-Folgen geschnitten.
Alle Folgen sind auf NRWision unter dem Namen „Entfesselt:“ zu finden.
Im Rahmen der Redaktion PLUS (als ergänzendem Teil unserer bestehenden Lehr- und Lernredaktionen townload-tv.de und dem YES-Magazin) konnten fünf verschiedene thematische Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchthintergrund realisiert werden. Die Themen wurden gemeinsam mit den Jugendlichen festgelegt.
Bis zum Sommer 2025 standen die Themen Demokratie, Erinnerungskultur, Wahlen sowie Mitbestimmung/ Teilhabe klar im Fokus. Die Projekte hierzu befassten sich u.a. mit den Essener Müttern und Väter des Grundgesetzes (Ausstellung im Stadtarchiv Essen), mit dem Thema Meinungs- und Pressefreiheit (Veranstaltung der Jugendredaktion Salon 5 u.a. mit CanDündar / Nathanael Liminski in Bottrop), mit dem Essener Stadthistoriker und Zeitzeugen Ernst Schmidt (Sonderausstellung im Stadtarchiv Essen), und – last but not least – erstellten die Teilnehmenden Medienbeiträge zum Bundestags- bzw. Kommunalwahlkampf in Essen. In beiden Projekten gelang es durch WahlkreiskanditatInnen-Interviews und Befragungen, durch Umfragen und Interviews u.a. mit dem Leiter des Essener Wahlamtes zum Thema „Wir haben die Wahl“ attraktive und umfangreiche Medienangebote zu veröffentlichen welche rechtzeitig im Vorfeld der Bundestags- bzw. Kommunalwahlen über www.townload-tv.de – der Jugendplattform der Stadt Essen – zur Verfügung gestellt wurden.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Echt Krass“ in Essen zum Thema Sexualisierte Gewalt entstanden einige Berichte. Nach entsprechendem Mediencoaching und unter Anleitung führten unsere Lehr- und Lernredaktion Interviews und Umfragen durch und begleiteten die Essener Eröffnungsveranstaltung mit der Kamera.
Sehr erfolgreich konnte auch das Diversitäts-Projekt im Rahmen einer Medienbegleitung des Bildungspartnerkongresse (BiPa) „Es geht auch anders“ realisiert und abgeschlossen werden. Die Teilnehmenden übten sich hierbei nicht nur in Umfrage, Interview und Reportage, sondern qualifizierten sich auch als „critical friends“ und agierten im Rahmen der aus rund 500 Teilnehmenden bestehenden Kongressöffentlichkeit mit Wortbeiträgen auf der Bühne. Das Lehr- und Lernredaktionsteam zeigten zum Kongressauftakt und zum Projektabschluss eigene Eindrücke, Interviews, Umfragen und Aufnahmen in Form von zwei kompakten Videoclips. Besonders bemerkenswert hierbei war der hervorragende Einsatz eines Teilnehmenden mit syrischem Fluchthintergrund, der zum zweiten Mal an einer unserer Lehr- und Lernredaktion teilnahm und exklusive und praxisnahe Eindrücke beim Live-Schnitt des Veranstaltungsberichts sammeln konnte. Zum Projektabschluss präsentierte er als „critical friend“ eigene Eindrücke und den „just in time“ entstandenen Kongressclip gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden auf der großen Kongressbühne. Bei seinem Wortbeitrag zum Kongressabschluss bezog er sich auch auf seine Fluchterfahrung und stellte sein „angekommen sein“ in der bundesdeutschen Zivilgesellschaft in Bezug auf das Kongressthema „Es geht auch anders“ dar.
Alle Ergebnisse gibt es auf www.townload-essen.de sowie auf dem YouTube-Kanal von Townload TV.
Projektname: „Ziel verfolgen“ – Ein inklusives und interaktives Filmarbeit-Projekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung. Die bereits im vergangenen Jahr erreichten Ziele sollen weiter gestärkt werden. Die Vernetzung von Teilnehmenden aus unterschiedlichen Städten in NRW soll aufrechterhalten und weiter ausgebaut werden. Der im Jahr 2024 im Rahmen von Digital dabei! 9.0 entstandene Film zum Märchen Schneewittchen soll zu Beginn des Jahres 2025 in weiteren Jugendworkshops so finalisiert und aufbereitet werden, dass er bei bundesweiten Filmfestivals eingereicht werden kann. Dabei bestimmen die Teilnehmenden selbst, welche Rolle sie in der Bearbeitung einnehmen wollen, basierend auf ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und Vorlieben.
Im Rahmen des Projektes soll eine neue Kooperation mit Geflüchteten aus Eschweiler entstehen. Zudem werden die bestehenden Kontakte zu Geflüchteten aus der Ukraine in den Städten Haltern am See und Dortmund weiter intensiviert. Die Vielfalt der Kulturen bereichert die Filmarbeit und die Inhalte der unterschiedlichen Seminare sehr. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, die verschiedenen Bereiche der Filmproduktion kennenzulernen und auszuprobieren. Sie werden in alle Prozesse und Arbeitsschritte, sodass ihnen ein umfangreiches Bild vom Filmemachen vermittelt wird.Durch die Methode der Filmarbeit sollen die Teilnehmenden Vertrauen in ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten gewinnen, mögliche Vorurteile gegenüber anderen abbauen und Akzeptanz untereinander schaffen. Mit dem Ziel der professionellen Zusammenarbeit werden Wege gefunden, dass jede*r seine*ihre Rolle in der Produktion des Films spielt. Dadurch sollen sie erfahren, dass das gemeinsame Miteinander zum Erfolg führen wird. Zudem soll das Angebot um das Erarbeiten und Erstellen von Schulungen zum Thema Digitalisierung weiterhin vertieft werden. Dieses Projekt verfolgt den Ansatz der Nachhaltigkeit und eignet sich für eine konstante Partizipation und für einen offenen Dialog.
Im Rahmen des Projekts Digital dabei! 10.0 wurden dreizehn Digital-Bildungsangebote mit jungen Geflüchteten realisiert. Diese fanden in Zusammenarbeit mit kooperierenden Einrichtungen statt, wobei das Projekt Angekommen in Deiner Stadt Bielefeld von besonderer Bedeutung war. Es fanden Film- und Interview-Tagesworkshops, redaktionelle Workshops, Kurzworkshops zu Kameraführung und Interviewtechniken, ein Wochenendworkshop zum Thema „Geschichten filmisch darstellen“ sowie verschiedenste Drehtage statt. In den ein- und mehrtägigen Angeboten ging es meist um Inhalte aus dem Bereich kulturelle Bildung und Berufsorientierung. Im Zuge dieser inhaltlichen Auseinandersetzungen wurden den Teilnehmenden vielfältige digitale und medien-technische Kompetenzen vermittelt. Es konnten vier Ausgaben des Formates Grenzenlos TV realisiert werden. Die Sendungen wurden via NRWision in zehn Millionen Kabelhaushalte verbreitet und sind in der Mediathek des TV-Lernsenders für NRW sowie unter www.kanal-21.tv dauerhaft abrufbar.
In dem Projekt „Gib Standort! 2.0 – Unterwegs Richtung Zu(g)kunft“ im Rahmen von Digital dabei! 10.0 haben sich Jugendliche filmisch mit den Themen Mobilität, Eigenständigkeit und Selbstwirksamkeit auseinandergesetzt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Teilnehmenden den Begriff Heimat für sich verstehen, welche Emotionen sie damit verbinden und ob ein neuer „Standort“ oder „Standpunkt“ auch Heimat werden kann. Dabei hatten die Jugendlichen ebenfalls die Möglichkeit neue Orte für sich zu erschließen und den Umkreis, in dem sie sich tagtäglich bewegen, zu erweitern. Darüber hinaus überprüften die Jugendlichen, wie mobil sie überhaupt in einer Metropole, wie Köln, mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel sein können. Welche Streckenabschnitte gibt es neu zu entdecken und helfen dabei durch den Alltag zu kommen? So entdeckten die Jugendlichen für sie teilweise komplett neue Standorte, die ihnen Seiten ihrer neuen Heimat zeigten, die sie wohlmöglich ohne den ÖVPN niemals entdeckt hätten.
In diesem Projekt wurden Jugendliche ohne besondere Vorkenntnisse im Videobereich angesprochen. Sie wurden in den Workshops dazu befähigt Kurzfilme über verschiedene Standorte zu drehen. Die ersten Workshops waren vom Erstellen eines Drehplans- bis hin zum Kennen Lernen und Austesten des neuen Equipments geprägt. Nach den ersten Probeaufnahmen begann die Gruppe mit der Umsetzung der Projektidee. Die verschiedenen Drehorte und Drehtage wurden von der „Redaktion“ festgehalten und ein „Reporter- Team“ auserkoren, um die Außentermine wahrzunehmen. Eine andere Gruppe erarbeitete ein Logo sowie ein zum Projekttitel passendes digitales Filmplakat.
Derzeit werden die Ergebnisse noch finalisiert und bald auf der Webseite der LAG LM zur Verfügung gestellt.
In der Offenen Werkstatt für junge Geflüchtete im Rahmen des Projekts Digital dabei! 10.0 hatten die Teilnehmenden an mehreren Terminen über das Jahr verteilt die Möglichkeit, verschiedene analoge und digitale Werkzeuge kennenzulernen und praktisch zu erproben. Dazu zählten unter anderem 3D-Drucker, Schneideplotter sowie Robotersysteme (Dash-Roboter, Ozobot, Lego Spike Prime). Ergänzend arbeiteten die Jugendlichen mit digitalen Tools und Anwendungen wie Delightex zur Gestaltung virtueller 3D-Räume, Scratch zur Spieleprogrammierung, Book Creator zur Erstellung digitaler Bücher sowie Stop-Motion-Techniken zur Filmproduktion. Darüber hinaus wurden kreative Bastel- und Gestaltungsangebote umgesetzt, beispielsweise die Herstellung individueller Aufkleber für Tassen, Taschen und andere Alltagsgegenstände. Die Auswahl der Werkzeuge erfolgte je Termin flexibel und orientierte sich an den Interessen der Teilnehmenden. Während einige Jugendliche nur an einzelnen Terminen teilnahmen, nutzten andere das Angebot regelmäßig und konnten dadurch vertiefte Erfahrungen mit verschiedenen Tools sammeln. Wiederkehrende Teilnehmende unterstützten zudem andere Jugendliche im Umgang mit bereits bekannten Werkzeugen.
Im Verlauf der Projektlaufzeit zeigte sich eine insgesamt hohe Motivation der Teilnehmenden sowie ein breites Spektrum an Interessen. Besonders gefragt waren Angebote, bei denen eigene Produkte gestaltet werden konnten, etwa personalisierte Tassen mit selbst entworfenen Stickern oder leuchtende Karten. Auch die Arbeit mit den Robotersystemen stieß auf großes Interesse. Bei Teilnehmenden mit regelmäßiger Teilnahme waren deutliche Lern- und Entwicklungsprozesse zu beobachten, insbesondere in den Bereichen Problemlösefähigkeit, Selbstständigkeit und kreative Umsetzung eigener Ideen. Darüber hinaus förderte die Offene Werkstatt soziale Interaktion und Zusammenarbeit. Die gemeinsame Projektarbeit bot Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und informelles Lernen über sprachliche und kulturelle Unterschiede hinweg.
Sonderheft zu 8 Jahren Digital dabei!
2023 ist in Zusammenarbeit mit einer Nachwuchsjournalistin eine Sonderpublikation entstanden, mit der wir die Arbeit und die Meilensteine dieser letzten Jahre wertschätzen und gleichzeitig einen Blick darauf werfen, was vor Ort bei unseren Projektpartner*innen passiert ist. Angereichert wird die Publikation durch Methodensammlungen und praktischen Hilfen für pädagogische Fachkräfte.
Besonders freuen wir uns über das Grußwort der Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) des Landes Nordrhein-Westfalen, Josefine Paul, und das Interview mit Sarah Kühling, der zuständigen Referentin im Ministerium.
Das Heft steht zum kostenlosen Download unter www.medienarbeit-nrw.de/angebot/publikationen zur Verfügung.
Zu den Methoden und Praxistipps für die Medienarbeit mit jungen Geflüchteten